Im Dom behütet fühlen – damals wie heute | 05.08.2018

Weihbischof Matthias König feiert Libori-Pontifikalamt mit den Familien

Paderborn, 5. August 2018. So viele unterschiedliche Hüte wie im Libori-Pontifikalamt am Sonntag im Hohen Dom zu Paderborn, hat man selten dort gesehen. Am letzten Tag von Libori feierte Weihbischof Matthias König das traditionelle Pontifikalamt mit den Familien. Die Kitas St. Franziskus und St. Hedwig, sowie der Familiengottesdienstkreis St. Hedwig hatten den Gottesdienst vorbereitet und gestalteten ihn mit.

Zu Beginn des Gottesdienstes kamen zahlreiche Kinder mit den unterschiedlichsten Kopfbedeckungen und Hüten in den Altarraum. Strohhut, Mütze, Feuerwehrhelm oder Imkerhut waren dabei nur einige Beispiele, die die Kinder auf den Köpfen trugen. Sie wollten veranschaulichen, dass die meisten Hüten dazu da sind, uns zu schützen, egal, ob vor Sonne, Regen oder Verletzungen. „Einen Hut zu besitzen, bedeutet auch ein Dach über dem Kopf zu haben“, zog Beate Schonlau, Leiterin der KiTa St. Franziskus, eine Parallele zum diesjährigen Libori- und Domjubiläums-Motto „behütet und bedacht. „Wir alle haben gerne ein Dach über dem Kopf, wenn es regnet, donnert und blitzt oder wenn es kalt ist. So ein Dach über dem Kopf zu spüren, tut gut und da fühlt man sich gleich viel wohler, viel sicherer und auch irgendwie beschützt. So ein Dach über dem Kopf schenkt Geborgenheit.“ Passend dazu erhielten alle Kinder als Geschenk am Ende des Gottesdienstes ein Multifunktionstuch mit dem Satz: „Der Herr segne und behüte Dich!“, das als Schweißtuch, Mütze oder Gesichtsschutz genutzt werden kann.

Auch Weihbischof Matthias König stellte in seiner Predigt das „Behütet sein“ in den Mittelpunkt. „Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, in denen Niemand ohne einen Hut das Haus verließ und begegnete man Anderen auf seinem Weg, wurde mit dem Hut gegrüßt“, erinnert er sich. Heutzutage sähe man nur noch wenige Kopfbedeckungen auf den Straßen, abgesehen von der Mütze im Winter oder dem Sonnenhut im Hochsommer. „Behütet sein“ sei jedoch etwas, was sich nicht nur auf Kopfbedeckungen beziehe. „In diesem Dom und seinen Vorgänger-Bauten wird seit mehr als 1.200 Jahren gebetet. Zu der damaligen Zeit war so ein Bauwerk etwas Großartiges und Erstaunliches, lebten doch die meisten Menschen in einfachen lehmbehauenen Hütten. Als sie dann so einen prächtigen Sakralbau zum ersten Mal betraten, konnten sie nicht glauben, dass die Wände halten, dass die Säulen der imposanten Decke genug Stützkraft geben können“, stellte Weihbischof König heraus. „Doch mit der Zeit und je öfter sie den Dom betreten hatten, desto mehr vertrauten sie der Bauweise, desto behütetet und geborgener fühlten sich die Menschen. Dies gab ihnen Sicherheit und Vertrauen. Und ist es nicht ein beruhigender und gleichzeitig beeindruckender Gedanke, dass die Menschen heute noch genauso fühlen, wenn sie den Dom betreten wie vor mehreren hundert Jahren?“, schloss Weihbischof König seine Predigt.

Bei dem Gottesdienst konzelebrierten Prälat Thomas Dornseifer und Vikar Pascal Obermeier. Die musikalische Gestaltung übernahm die Band tonART aus der Paderborner Pfarrei St. Hedwig.

„Einen Hut zu besitzen, bedeutet auch ein Dach über dem Kopf zu haben“, dies veranschaulichten die Kinder im Pontifikalamt zusammen mit KiTa-Leiterin Beate Schonlau. © pdp / Christiane Christiansen

Kopfbedeckungen sehen nicht nur gut aus, viele schützen auch vor Gefahren. © pdp / Christiane Christiansen

„Schon vor mehreren hundert Jahren fühlten sich die Menschen im Dom behütet und geschützt, das ist auch heute noch so, sagte Weihbischof Matthias König in seiner Predigt. © pdp / Christianse Christiansen

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