„aufatmen“, um Gott zu danken! Erzbischof Becker eröffnet Libori 2022 / Reliquien des Bistumspatrons erhoben | 31.07.2022

Paderborn (pdp). Endlich wieder Libori! Mit der Erhebung der Reliquien des heiligen Liborius und der Feier der traditionsreichen Pontifikalvesper im Paderborner Dom wurde das diesjährige Libori-Fest am 23. Juli 2022 – dem kirchlichen Gedenktag des Patrons von Erzbistum, Dom und Stadt Paderborn – durch Erzbischof Hans-Josef Becker offiziell eröffnet. Gottesdienstmitfeiernde füllten die Bischofskirche des Erzbistums Paderborn am Beginn des so genannten Libori-Triduums und spendeten spontan Applaus, als Erzbischof Becker mit den Worten „Es tut gut, nach zwei Jahren Corona-Unterbrechung in bewährter Weise Libori zu feiern, wir können ‚aufatmen‘.“ zum Ausdruck brachte, was viele empfinden. Erzbischof Becker betonte im Hinblick auf das diesjährige Libori-Leitwort: „‚Aufatmen‘ bedeutet, Muße und Gelegenheit zu haben, an Gott zu denken und ihm zu danken.“ Vom 23. bis 31. Juli 2022 feiert das Erzbistum Paderborn das Libori-Fest mit dem Libori-Triduum, zahlreichen weiteren Gottesdiensten sowie vielfältigen Angeboten. Durch die Live-Übertragung in Bild und Ton konnten Interessierte weltweit den festlichen Gottesdienst mit der Erhebung der Reliquien des heiligen Liborius unmittelbar mitfeiern.

Mit den Worten „Procedamus in nomine Domini – Brechen wir auf im Namen des Herrn!“ setzte der Paderborner Erzbischof am Samstagnachmittag im Paderborner Dom die Prozession in Bewegung, mit der die Gebeine des heiligen Liborius in vergoldeten Reliquienschrein zu den Klängen des Libori-Tuschs aus dem Margarethenaltar im Westchor des Gotteshauses in den Hochchor der Paderborner Bischofskirche überführt wurden. Im Margarethenaltar im Westchor unter dem Turm des Domes werden die Reliquien des Heiligen aktuell aufbewahrt, da die Krypta des Domes noch bis Libori 2023 saniert und umgebaut wird.

Erzbischof Becker: Libori lässt „aufatmen“
Die Erfahrungen der letzten beiden Corona-Jahre würden erkennen lassen, wie gefährdet der Mensch sei, sagte Erzbischof Becker bei seiner Einführung in den Gottesdienst. In den letzten Monaten und Jahren sei besonders zu spüren gewesen, wie unwägbar und voller Risiken das menschliche Leben sei. „Fast hatten wir schon vergessen, dass Gesundheit, Frieden und Wohlstand überhaupt nicht selbstverständlich sind.“ Das „Aufatmen“ könne zur gemeinsamen Erfahrung führen, dass „diese Welt, die Gott uns geschenkt hat, gut und schön ist – trotz der Krankheiten und der Kriege unserer Tage. Das Leben ist lebenswert, auch wenn es dunkle und schwere Stunden gibt.“ Erzbischof Becker erinnerte zudem an die mit dem Libori-Fest verknüpfte Erfahrung: „Wir sind nicht allein, wir gehören zusammen! Und es gibt einen, der auch dunkle Wege mit uns geht.“

Begrüßung der Gäste
Der Paderborner Erzbischof begrüßte in seiner Ansprache besonders die anwesenden Bischöfe, Priester und Laien, die aus verschiedenen Teilen der Weltkirche zur Feier des Libori-Festes nach Paderborn gekommen waren. Den ersten Willkommensgruß richtete er traditionell an den Nachfolger des heiligen Liborius auf dem Bischofsstuhl der Diözese Le Mans in Frankreich, Bischof Yves Le Saux. Dieser wurde von einer Pilgergruppe der St.-Liborius-Fraternität und seines Bistums begleitet. „Als Bischof von Le Mans wird Bischof Yves zum letzten Mal mit uns Libori feiern, denn Papst Franziskus hat ihn zum Bischof von Annecy im Osten Frankreichs ernannt“, informierte Erzbischof Becker. Der Paderborner Erzbischof begrüßte außerdem Erzbischof Dr. Thomas J. Netto aus der Diözese Trivandrum in Kerala / Indien, Bischof Martin Mtumbuka aus der Diözese Karonga in Malawi, Bischof Dr. Josef Clemens aus Rom und Bischof em. Heinz Josef Algermissen aus Fulda. Erzbischof Becker hieß vorausblickend Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh CSsR, Apostolischer Exarch für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland, Bischof Dr. Franz-Josef Bode aus der Diözese Osnabrück und Abt Aloysius Althaus OSB von der Abtei Königsmünster in Meschede willkommen, die am Dienstag beim Libori-Fest sein werden.

Erhebung der Reliquien
Erzbischof Hans-Josef Becker, Generalvikar Alfons Hardt und Dompropst Monsignore Joachim Göbel zogen zusammen mit den Paderborner Weihbischöfen, den Gastbischöfen, dem Paderborner Metropolitankapitel sowie zahlreichen Priestern aus nah und fern zum Westchor des Paderborner Domes. Dort wurde der Reliquienschrein erhoben und in einer feierlichen Prozession mit dem vergoldeten Libori-Schrein in den Hochchor geleitet. Wie in den Vorjahren war zur Eröffnung des Libori-Festes Gänsehaut garantiert: Zu den Klängen des Libori-Tuschs wurde der vergoldete Schrein mit den Reliquien des einstigen Bischofs von Le Mans durch die Mitte der Gottesdienstteilnehmenden getragen und von den Schreinträgern im Hochchor des Domes aufgestellt. Mit der anschließenden Pontifikalvesper wurde das Libori-Fest 2022 offiziell eröffnet.

Libori-Tusch
Während der Reliquienschrein aus dem Margarethenaltar im Westchor erhoben und dann im vergoldeten Schrein durch die beiden Seitenschiffe und anschließend den von Schützen gesäumten Mittelgang des Gotteshauses zum Altarraum getragen wurde, ertönte dreimal der von Bläsern des Bahnsozialwerk Blasorchesters vorgetragene Libori-Tusch aus dem Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Musiker intonierten den Tusch unter der Leitung von Andreas Steins. Bis zur Rückführung des Schreins am Dienstag, 26. Juli, werden die Reliquien des heiligen Liborius im Schrein im Hochchor zur Verehrung durch die Gläubigen bleiben. Ab Mittwoch steht im Hochchor eine wertvolle Silberbüste des heiligen Liborius, in der sich ebenfalls Reliquien befinden.

Pontifikalvesper
Die nach der Prozession übliche Verehrung der Reliquien fand in angepasster Form statt: Der Schrein wurde mit Weihrauch inzensiert und Erzbischof Becker verehrte ein ihm gereichtes Reliquiar mit Reliquien des Bistumspatrons. Der Paderborner Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning sowie Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Die Pontifikalvesper endete mit dem Segen des Erzbischofs. Erzbischof Hans-Josef Becker stand dem Vesper-Gottesdienst als Offiziant vor, Generalvikar Alfons Hardt und Dompropst Monsignore Joachim Göbel assistierten.
Im Anschluss an die Pontifikalvesper zogen Erzbischof Becker und die anwesenden Bischöfe durch das Paradiesportal aus der Kathedralkirche aus, um mit den vor dem Paradiesportal versammelten Menschen die weltlichen Feiern des Libori-Festes zu beginnen.

Libori-Fest
Alles begann damit, dass der Bischof des französischen Bistums Le Mans im Jahr 836 dem noch jungen Bistum Paderborn die Gebeine des heiligen Liborius schenkte. Darauf gründet eine bis heute lebendige Freundschaft zwischen den beiden Bistümern und die Tradition, den Gedenktag des heiligen Liborius besonders zu feiern. Der fast 1.200-jährige „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen den beiden Diözesen Le Mans und Paderborn hat Bestand. Das Libori-Fest ist ein Ausdruck davon.

© pdp

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