„Niemand und nichts geht bei Gott verloren“ | 02.11.2018

Allerseelen: Erzbischof Hans-Josef Becker feiert Kapitelsamt und segnet die Gräber im Hohen Dom

Paderborn, 2. November 2018. Nach dem Hochfest Allerheiligen am 1. November begeht die katholische Kirche am 2. November zu „Allerseelen“ das Gedächtnis aller Verstorbenen. Erzbischof Hans-Josef Becker feierte dazu heute das Kapitelsamt um 18.30 Uhr und segnete anschließend die Gräber im Hohen Dom. „Unsere Toten fallen nicht einfach ins Nichts. Jesus selbst hat ihnen beim Vater einen Platz bereitet“, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt.

Die Vorstellung des eigenen Todes sei für viele Menschen bedrückend und würde deshalb oft verdrängt, so der Paderborner Oberhirte. Doch der Tod mache alle Menschen gleich. „Ob fromm oder ungläubig, mächtig oder schwach: Der Tod ebnet all diese uns so wichtig scheinenden Unterscheidungen ein.“  

Auch viele christliche Autoren würden den Tod als Übel ansehen, als etwas Sinnloses, als Beraubung und Katastrophe, erklärte Erzbischof Becker. Vom Umgang mit dem eigenen Tod hänge es ab, wie der Mensch seine verbleibende Lebenszeit gestalte und nutze. „Bleiben wir uns immer der Vergänglichkeit bewusst. Erst dann können wir sinnvoll die großen Fragen nach dem letzten Warum, Wozu und Weshalb unseres Lebens stellen.“  

Erzbischof Hans-Josef Becker zitierte den heiligen Franz von Sales, um den Weg der menschlichen Pilgerschaft zu kennzeichnen: „Die Zeit, Gott zu suchen, ist unser Leben. Die Zeit, ihn zu finden, ist der Tod. Die Zeit, ihn zu besitzen, ist die Ewigkeit.“ Niemand und nichts gehe bei Gott verloren, fuhr Erzbischof Becker fort.  

Die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen lasse sich nicht einfach abstellen. „Denn sie kommt aus der Tiefe unseres Herzens. Aus der Erfahrung einer großen Liebe“, erklärte der Paderborner Erzbischof. „Wir dürfen in der Hoffnung und Gewissheit leben, dass Gott die Namen derer, um die wir trauern, nicht aus seinem ‚Buch des Lebens‘ tilgen wird. Dass sie als diese ganz einmaligen Menschen eine Wohnung beim Vater finden. Verwandelt, doch niemals ausgelöscht. Aus diesem Glauben kann ein Allerseelentag zur Vorfreude auch auf das Wiedersehen mit denen werden, an die wir gerade vielleicht besonders denken“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker zum Abschluss seiner Predigt.  

Im Anschluss an die Bischofsmesse segnete Erzbischof Becker die Gräber der Paderborner Erzbischöfe in der Krypta des Hohen Domes, die Grabstätte von Bischof Konrad Martin in der gleichnamigen Kapelle, die Gräber auf dem Kapitelsfriedhof sowie die Gedenkstätte für die Opfer der Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs im Kreuzgang des Domes.      

Kapitelsfriedhof Erzbischof Hans-Josef Becker feierte zu Allerseelen das Kapitelsamt und segnete anschließend die Gräber im Hohen Dom, so auch auf dem Kapitelsfriedhof. © pdp / Lena Reiher

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