"Die einzige Daseinsberechtigung der Kirche ist die Evangelisierung“ | 30.07.2018

Bischof Yves Le Saux feiert traditionelles Libori-Pontifikalamt mit den französischen Gästen

Paderborn, 30. Juli 2018. Bischof Yves Le Saux aus der Paderborner Partnerdiözese Le Mans hat am Libori-Montag das traditionelle Pontifikalamt mit den französischen Gästen gefeiert. Zu Beginn des Gottesdienstes hieß Erzbischof Hans-Josef Becker die Gäste aus Frankreich herzlich willkommen und erinnerte an den „Liebesbund ewiger Bruderschaft“, der die Diözesen Le Mans und Paderborn seit dem Jahr 836 verbindet.

In seiner in französischer Sprache vorgetragenen Predigt ging Bischof Le Saux der Bedeutung des Hohen Doms nach, der in diesem Jahr 950jähriges Jubiläum feiert. Der Dom sei „ein lebendiger Ort, der zum Ausdruck bringt, dass Christen etwas von der Schönheit und der Größe der Liebe Gottes begriffen haben“, so der Bischof aus Le Mans. „Eine Kirche zu betreten heißt, sich auf geheimnisvolle Weise mit der Schar derer zu verbinden, die jemals ihre Tore durchschritten haben und zukünftig durchschreiten werden.“ Weiter bezeichnete er den Dom in der Mitte der Stadt als „eine aus Stein gehauene Einladung an alle, sich mit dem Sinn der Dinge zu beschäftigen.“

Ein Dom sei auch mit der Person und der Sendung des Bischofs verbunden, sagte Bischof Le Saux. Diese Sendung bestehe darin, das Evangelium zu verkünden. Die Erinnerung an den Bau des Doms sei auch eine Erinnerung an die Bischöfe früherer Zeiten. „Sie halten in uns die Erinnerung an unsere erste Berufung wach: der Welt das Evangelium zu verkünden. Die einzige Daseinsberechtigung der Kirche ist die Evangelisierung.“

Die Feier der Domweihe erinnere ihn an das Gleichnis Jesu von dem Haus, das auf Felsen gebaut ist und daher Stürmen und Regen trotzen könne, so der Bischof aus Le Mans. Dieses auf Stein gebaute Haus sei die Kirche: „nicht die aus Ziegeln und Steinen gebaute Kirche, sondern diejenige aus lebendigen Steinen, den Gläubigen“. Sein Leben auf Fels zu bauen heiße, „in der Kirche zu leben, nicht außen vor zu bleiben und dauernd mit dem Finger auf die Unstimmigkeiten und die Fehler der Diener der Kirche und der Gläubigen zu zeigen“. Jesus baue seine Kirche wirklich mit Menschen, „mit armen Sündern.“ Er habe ihr nicht verheißen, dass alles gut gehen und auch nicht, dass es keine Probleme geben werde, „sondern dass er immer gegenwärtig ist“.

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Bischof am Ambo Bischof Yves Le Saux predigte im traditionellen Pontifikalamt mit den französischen Gästen in französischer Sprache. © pdp / Claudia Nieser

Priester am Ambo Propst Dietmar Röttger, Präsident der deutsch-französischen St. Liborius-Fraternität, übersetzte die Grußworte von Erzbischof Hans-Josef Becker (im Hintergrund, 2.v.l.) in die französische Sprache. © pdp / Claudia Nieser

Priester sitzen um Altar Zahlreiche bischöfliche Gäste feierten das Pontifikalamt mit den französischen Gästen mit. © pdp / Claudia Nieser

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